Zusje - Düsseldorf vor Eröffnung

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  23.06.2026|Gustoso Gruppe| D-Aachen| 'Zusje "Bourgondisch genieten" beim Schwesterchen|Niederländisch- "burgundisches" Häppchen- Konzept (ähnlich wie Tapas, siehe unten).  Das soll ein Erfolgskonzept sein? Spätestens beim Lesen der Flat-Rate-Karte mit mehreren Gängen und Preisen um 44 Euro ist bei Gästen Verwirrung und Skepsis verflogen. Geboten wird offenbar, was das Herz begehrt. Zusje Nummer zwei soll Ende Juli 2026 im Andreas-Quartier  in Düsseldorf eröffnen. Mehr...



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von artichox-Chefredakteur Christian Meyer (aktualisiert)


19.06.2026|Hamburg - Wien - Zürich|Noch vor ein paar Jahren reichte man hierzulande spanische Tapas-Konzepte als Geheimtipp, als das kommende grosse Ding herum. Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Es ist nicht gerade ein Rohrkrepierer, doch man kann auch nicht von einem Gamechanger sprechen. Nun kommt aber die niederländische Kette Zusje (siehe oben) mit einem neuen Konzept, das offenbar Beifall beim Publikum findet. 
 
Gemäss Überlieferung begann die Erfolgsgeschichte der kleinen Leckerbissen in Bodegas und kleinen, populären Bars einst im Süden Spaniens, und eroberten später das ganze Land. Viele Jahre später setzten Tapas als Sharing-Konzept zum Weg nach dem Norden Europas an.  Auf die anfängliche Begeisterung beim Ausgehvolk in Städten wie München, Wien und Zürich folgte indessen die Ernüchterung auf dem Fuss. Zur Klarstellung: Wir von artichox verschliessen uns neuen Ideen nicht  - im Gegenteil: Diese Website will seit 2006 auf Marktchancen aufmerksam machen und Gründerinnen und Gründern wertvolle Hinweise liefern, doch gegebenenfalls auch Warnungen aussprechen (siehe unten).
Zurück zu den Original Tapas ("Deckelchen"). Die traditionellen Häppchen in Spaniens Süden waren einst so beliebt und preisgünstig, dass sie bald in zahlreichen Bars, Bodegas und Chirinquitas (Strandbuden) auf der ganzen iberischen Halbinsel gefragt waren. Vermutlich wurden die kleinen Leckerbissen früher, oftmals als Resteverwertung gedacht, sogar gratis abgegeben, um den Weinkonsum anzukurbeln. Inzwischen werden Tapas von Cadiz bis El Ferrol gereicht; es existieren sogar baskische Varianten.
Hier ein paar Beispiele von Tapas, mit minimalem Aufwand zubereitet und aufgetischt: Die katalanische Ausführung der italienischen Bruschetta, das  "pa amb tomaqet" (Tomatenbrot) oder das "pa amb oli" (Brot mit Olivenöl) auf Mallorca punkten mit günstigen Zutaten und einem Geschmack, der uns in Gedanken augenblicklich in südliche Gefilde versetzt. Die Zutaten sind wohl in jedem spanischen Haushalt vorrätig: Vorzugsweise dunkles, mitunter auch weisses, altes Brot in Scheiben, trocken geröstet, mit einer geschälten Knoblauchzehe und einer saftigen halben Tomate abgerieben, etwas Meersalz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer serviert. Mit anderen Worten: kleiner Aufwand, grosse Wirkung.  "Pa amb tomaqet" wird auch heute noch ab und zu in ländlichen Gebieten und in einfachen Betrieben Iberiens kostenlos abgegeben.
Heute zu den bekanntesten Tapas in Spaniens Bars gehören Gerichte wie Pimientos de padrón (ursprünglich auf Holzkohle geröstete Paprika), Datteln im Speckmantel, Aioli (spanische Knoblauchcreme), kalte Tortilla, Garnelen in Knoblauchöl und Albóndigas (Hackfleischbällchen in Tomatensauce), ferner Wurst, Sardinen, Tintenfisch oder Muscheln.
Das sind nur einige Beispiele unter vielen: preisgünstige oder, wie eingangs erwähnt, ursprünglich gar kostenlos zum Wein abgegebene Köstlichkeiten. Nun, das war einmal. Auf die Dauer gratis arbeiten kann niemand, schon gar nicht bei uns an städtischen Lagen mit hohen Mieten und Löhnen. Ausserdem sind in unseren Breiten Tapas mit Hackfleisch, mit Gambas oder mit Chorizo schon wegen der Zutaten kostspieliger als im Ursprungsland. Vom Arbeitsaufwand wollen wir gar nicht erst sprechen. Jedoch wissen wir aus Erfahrung, dass der "Gruss aus der Küche" als Extra in der Menufolge überaus beliebt ist. Das hat sich im Laufe der Jahre nicht geändert. Was sich jedoch geändert hat: Tapas-Bars in Städten Spaniens sind zu ausgewachsenen Konzepten mit entsprechenden Preisen herangereift, wobei das Niveau wohl immer noch deutlich unter dem hierzulande Üblichen angesiedelt ist.
Fazit:  Im deutschsprachigen Raum werden auf Tapas ausgerichtete Betriebe kaum die ursprüngliche Idee der spanischen Bodegas umsetzen können. Drei, vier Tapas übersteigen oft schon den Preis eines ganz ordentlichen Menüs, das vielleicht im Restaurant nebenan angeboten wird. Mit anderen Worten: Rein auf Tapas ausgerichtete Betriebe müssen sich mit speziellen Plates profilieren. Wie übrigens jedes Restaurant - siehe "Igniv" oder eben Zusje, die mit einer offenbar als preiswert empfundenen  Flatrate punkten. Damit ist auch gesagt: Für Tapas-Bars gilt dasselbe wie für alle Unternehmen - es ist dafür gesorgt, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen. Mehr...

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